Julia Lohmann

… interessiert sich für Drückjagd

Das Arbeiten, Ausbilden und vor allem das Jagen mit der Hundemeute begeistert mich am meisten.

Ich bin in einer Jägerfamilie aufgewachsen und durfte mit sieben Jahren meinen ersten eigenen Jagdhund ausbilden und mit Unterstützung erfolgreich auf Prüfungen führen. Das Arbeiten, Ausbilden und vor allem das Jagen mit der Hundemeute begeistert mich am meisten. Zudem züchten wir Jagdhunde – das bringt eine große Verantwortung mit sich, aber auch enorm viel Freude.


Vier Fragen an Julia

Worauf achtest du bei der Aufzucht von Wildtieren am meisten? 

Ich achte darauf, artgerecht zu füttern und möglichst viele Aspekte aus der natürlichen Jungtieraufzucht in freier Wildbahn zu übernehmen. Das heißt zum Beispiel: Junghasen, die in der Natur wenig Körperkontakt zum Muttertier haben, bekommen bei mir auch viel Ruhe. Hingegen benötigen Frischlinge mehr Aufmerksamkeit und Kontakt, die sie auch durch ihre Mutter erfahren würden.

Wie gehst du mit dem Widerspruch um, Tiere aufzuziehen und sie später möglicherweise zu erlegen?

Es macht für mich einfach einen enormen Unterschied, ob ich ein ausgewachsenes Tier mit Fluchtinstinkten vor mir habe oder ein schutzbedürftiges hilfloses Jungtier ohne große Scheu. Hinzu kommt, dass ich vor allem jage, um das Fleisch zu verwerten, und bei einem Jungtier macht dieser Aspekt logischerweise wenig Sinn.

Was macht für dich einen guten Jagdhund aus?

Eine gute Bindung zum Hundeführer und Passion, also Arbeitswille, zeichnen einen guten Jagdhund aus. Andere Eigenschaften richten sich dann nach dem Arbeitsbereich des Hundes. Ein Schweißhund zum Beispiel sollte bei der Suche von verletztem Wild ruhig arbeiten, ein Stöberhund muss zwingend laut jagen und ein Vorstehhund sollte möglichst gehorsam sein.

Nach welchen Kriterien sollten jagdferne Menschen einen Familienhund auswählen?

Gesundheit und Herkunft des Welpen sind wichtig. Wichtige Fragen sind zum Beispiel: Wo kommt er her, wie wurde er aufgezogen, wer sind die Eltern? Zudem sollte man sich zwingend damit beschäftigen, wie der Charakter der jeweiligen Hunderasse ist und ob das Temperament zu den eigenen Lebensumständen passt. Ein Terrier ist zwar klein, aber auch willensstark. Hingegen ist der Labrador eher gemütlich, braucht aber mehr Platz.